Deichfreilichtmusum Büsum

Deichentwicklung an der Westküste

Die Entwicklung unserer Deiche von den Anfängen mit niedrigen Sommerdeichen bis hin zu den modernen Bollwerken, die heute unsere Küste säumen, kann man im Deichfreilichtmuseum in Büsum verfolgen. Die historischen Nachbauten wirken vor der Kulisse des imposanten Büsumer Landesschutzdeiches winzig und fast zerbrechlich. Das Freichlichtmuseum ist kostenlos.

 

Foto: Übersicht Deichfreilichtmuseum

 

Seit Anbeginn der Zeit herrscht das ewige Ringen zwischen Meer und Küste. In wütendem Toben erhebt sich das Meer und verschlingt innerhalb kürzester Zeit ganze Landstriche, das geduldige Land andererseits holt sich das Geraubte stetig durch natürliche Verlandung zurück. So ist die Küstenlinie in unaufhörlicher Bewegung.

 

Zum sesshaften Leben des Menschen passt diese ständige Neuformung von Land und Küste nicht. Daher versuchten die Menschen an den Küsten schon immer, sich gegen das Eindringen des Meeres zu schützen. Die frühen Küstenbewohner bauten ihre Häuser auf bis zu fünf Meter hohen „Wurthen“, die mühsam mit Schubkarren aufgeschichtet wurden. Um auch ihre Felder zu schützen, errichteten die Bauern ab dem Mittelalter erste "Sommerdeiche", die die Felder während der Sommermonate schützten. Wenn aber nach der Erntezeit die schweren Herbststürme einsetzten, kam es nicht selten zu schweren Überflutungen, wie es beispielsweise bei der ersten Groten Mandränke 1362 der Fall war, die viele Menschen das Leben kostete.

 

Foto: Dirk Franke
Unsere heutigen Deiche verlaufen auf der Meerseite sehr flach, um den Wellen weniger Angriffsfläche zu bieten. Schon im Deichvorland sorgen niedrige Wälle, die „Buhnen“ dafür, dass Sand angespült wird. Dort brechen sich die Wellen und verlieren an Kraft, noch bevor sie die eigentliche Küste erreichen. Moderne Deiche sind weit mehr als einfache Erdwälle: 8 bis 8,5 Meter ragen sie in die Höhe – da braucht es schwereres Gerät als die einfachen Schubkarren der früheren Küstenbewohner. Meist bestehen sie aus einem Sandkern, der von einer Dichtungsschicht umgeben ist, eine dichte Grasnarbe verhindert, dass der Deich aufweichen kann. Als natürliche Gärtner halten Schafe das Gras kurz, damit es kräftig bleibt, und trampeln dabei gleichzeitig den Boden fest. Zusätzliche Befestigungen aus Steinen oder Beton sollen den Deich an seiner empfindlichsten Stelle, dem Deichfuß, besonders schützen.

 

Durch den Klimawandel steigt der Meeresspiegel unaufhörlich an – und unsere Deiche müssen mitwachsen. Um die feste Grenze zwischen Land und Meer aufrecht zu erhalten, die wir Küstenbewohner so dringend brauchen, muss sich also auch der Deichbau ständig weiterentwickeln. hd

 

Tourismus Marketing Service Büsum GmbH

Südstrand 11, 25761 Büsum

04834 90 90, www.buesum.de


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