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Nordseefund Krebse

Das große Krabbeln am Nordseestrand

Krebse sind wahre Lebenskünstler, die sich fast jeder Gegebenheit anzupassen vermögen – aufgrund dieser Fähigkeit konnten sie fast überall auf der Welt heimisch werden. An unserer Küste leben Krebse verschiedenster Größen und mit den eigenartigsten Lösungen für das Leben im Wattenmeer.

 

 

Die Strandkrabbe

Ein typischer Vertreter der Krebstiere ist die bereits erwähnte Strandkrabbe. Blitzschnell huscht sie im charakteristischen Seitengang über den Wattboden. Als Kiemenatmer ist sie wie die meisten Krebse auf das Wasser angewiesen, fühlt sich aber auch auf dem Trockenen einige Zeit recht wohl – eine ideale Fähigkeit im Lebensraum Wattenmeer, wo das Meer in ewigem Kommen und Gehen ist. Junge Krabben tragen noch einen gemusterten Panzer, um sich auf dem Wattboden besser tarnen zu können. Ausgewachsene Krabben sind auf andere Schutzmöglichkeiten angewiesen. Bei Niedrigwasser bleiben sie in den Prielen, verstecken sich zwischen Steinen und Algen oder graben sich in den Boden ein, denn sie sind eine begehrte Beute für Seevögel.

 

Die Nordseegarnele

Die kleine Garnele besitzt Farbzellen, mit denen sie sich farblich dem Wattboden anpassen kann. Bei Niedrigwasser zieht sie sich in die größeren Priele zurück, wo sie sich gern in den Boden eingräbt, so dass nur die gestielten Augen herausschauen. Junge Garnelen findet man in den vielen kleinen Pfützen des Wattenmeers. Kommt man ihnen zu nahe, klappen sie ruckartig den Schwanz nach vorn, um rückwärts im Wasser davon zu schießen – der aufmerksame Wattwanderer sieht die kleinen Tiere dann nur blitzschnell im Wasser umherzucken. Erst bei Hochwasser geht die Garnele auf Nahrungssuche: Würmer, kleine Krebse, Algen oder auch die Siphonen, d.h. Atemröhren eingegrabener Muscheln stehen auf ihrem Speiseplan. Wie auch die Strandkrabbe besitzt sie Scheren, mit denen sie ihre Beute ergreifen kann. Sie selbst wiederum dient vielen anderen Bewohnern des Wattenmeeres, besonders Fischen, als Nahrungsquelle.

 

Der Schlickkrebs

Ein beliebtes Beutetier der Nordseegarnele und einer der kleinsten Vertreter der Krebstiere ist der Schlickkrebs. Nur 6 bis 10 mm lang kommt er im Wattenmeer gleich massenweise vor, ca. 1000 bis 5000 Tiere pro Quadratmeter. Verborgen in seinen Gängen unter der Wattoberfläche ernährt sich der Winzling von Plankton. Der Wattspaziergänger nimmt ihn – wenn überhaupt – meist nur als leichtes Kitzeln am Fuß wahr.

 

 

Der Einsiedlerkrebs

Ebenfalls eher selten zu sehen ist der hochspezialisierte Einsiedlerkrebs. Er ist völlig auf das Leben im Schneckenhaus eingerichtet, in das er sich bei Gefahr völlig zurückziehen kann. Seine hinteren Beine dienen zum Festhalten im Gehäuse, in dem er seinen weichen, ungeschützten Hinterleib verbirgt. Auf der Futtersuche nach Würmern, Schnecken, Muscheln und kleinen Krebsen wandert er so mit seinem Haus über den Meeresboden. Damit er durch die dünne Haut seines Körpers atmen kann, erzeugen die zurückgebildeten Beinchen durch Bewegung einen kontinuierlichen Atemstrom.

 

Die Seepocke

Eine der seltsamsten Krebsarten ist jedoch die Seepocke – beim Anblick der unzähligen weißen Kalkpanzer denkt kaum ein Strandspaziergänger an einen Krebs! Man findet sie an Steinen und Pfählen zur Strandbefestigung, an lebenden Meeresbewohnern wie Schnecken, Muscheln und anderen Krebsen, aber auch an Schiffsrümpfen, was sie bei Bootsbesitzern äußerst unbeliebt macht. Wenn die junge Seepocke einen geeigneten Platz gefunden hat – am liebsten dort, wo bereits andere Seepocken siedeln – verankert sie sich dort fest mit ihrem Kopf. Hat sie erst einmal einen Wohnort gefunden, verlässt sie ihn ihr Leben lang nicht mehr. Um ihren Körper herum bildet die Seepocke nun 6 Kalkplatten, die ein kegelförmiges Gehäuse bilden, an der Spitze verschlossen mit einem Deckel aus zwei weiteren Kalkplatten. Durch die feine Öffnung filtern sie mit ihren Beinchen Nahrung aus dem Wasser – für den Wattspaziergänger gut im flachen Wasser zu beobachten. hd

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