Wichtiger Hinweis...

Zur Gestaltung unserer Webseite verwenden wir Cookies.

Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Ich der Verwendung von Cookies zu.

Weitere Informationen zu Cookies und den von uns verwendeten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Friesenhof

Bitte nicht vergessen!

Die Affaire um die Einrichtung Friesenhof schlägt hohe Wellen: „Nackte Mädchen, fiese Betreuer! Skandal!“ Schnell hochgekocht und schnell vergessen? Ich hoffe nicht.

Bei der Unterbringung Jugendlicher in Heimen hat sich viel getan. Leider nicht überall. Die Öffentlichkeit sollte wissen, woran es hakt:

1. Wer in Einrichtungen wie dem Friesenhof arbeitet, lebt unter ständiger Provokation, durch die Kinder wie durch Personen aus dem Herkunftsmilieu. Das muss man aushalten, ohne zu verhärten. Leider gibt der Arbeitsmarkt zu wenig entsprechende Fachkräfte her. Das muss sich ändern.

2. Der Fachkräftemangel ist durch undurchdachte Politik verschärft worden. Die Garantie für Krippenplätze wurde umgesetzt, bevor genügend Pädagogen ausgebildet waren. Manche Einrichtungen haben keine Auswahl und müssen an Personal nehmen, was sie kriegen.

3. Wer in Heimen arbeitet, hat Macht über seine Kundschaft. Eine Einrichtung, in der Konzepte gegen Machtmissbrauch nicht gelebt werden, gefährdet das Kindeswohl der Betreuten. Wer Vorfälle unter den Teppich kehrt, hat vielleicht das Wohl der Einrichtung im Auge. Nicht das der Anvertrauten.

4. Der Friesenhof ist nicht typisch für unsere Heime. Aber vielleicht ist er auch nicht die ganz große Ausnahme, siehe Haasenburg-Skandal. Die Frage ist interessant, ob es im Land noch mehr Heime gibt, die von der örtlich zuständigen Kreisverwaltung aus pädagogischen Zweifeln heraus nicht belegt werden.

5. Verbale Prügel gegen das Landesjugendamt sind medienwirksam, aber unfair. Anders als z.B. der Kreis Dithmarschen sind Städte wie Hamburg in großer Unterbringungsnot. Das muss die Heimaufsicht des Landes leider dreimal überlegen, bevor sie den Kollegen in Hamburg oder Berlin eine Einrichtung ganz sperrt.

Abbildung: sh:z-Zeitungen vom 3.6.2015

Diese Seite wurde 7279 mal aufgerufen.

online 3 heute 3 gestern 142