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Nordseefund Algen

Zarte und farbenfrohe Gewächse

Algen gelten als die Vorläufer der Landpflanzen. Einen einzigartigen Reichtum an Grün-, Rot- und Braunalgen findet man an Helgolands Küste, denn nur an unserer einzigen Felseninsel finden die Algen einen festen Untergrund, um sich anzuheften. Ihre leuchtenden Farben und unterschiedlichsten Formen sind beeindruckend.
 
Außerhalb Helgolands ist die Vielfalt nicht annähernd so groß, aber einige Arten haben sich auch auf das Leben im Sand- oder Schlickwatt spezialisiert. Den leuchtend grünen Darmtang beispielsweise kennt wohl jeder Wattspaziergänger. Er heftet sich an Steine und Pfähle von Lahnungen, gibt sich aber auch mit Muscheln oder Schneckenhäusern zufrieden. Durch die Überdüngung der Meere tritt er stellenweise in großen Mengen auf und verdrängt dann auch andere Wattbewohner. Seinen Namen hat er von der Wuchsform in Röhren, durch die er aufrecht im Wasser schwimmen kann.
 
Blasentang wächst ebenfalls gerne an Lahnungen und ist überall an der Küste zu finden. Er besitzt Gasblasen, die ihn bei Hochwasser aufrichten. Im Sommer bildet die Braunalge außerdem Blasen mit glibberigem Inhalt: Geschlechtszellen, mit denen sie benachbarte Algen befruchtet. Oberflächlich ist der Blasentang von einem zähen Schleim bedeckt, der ihn bei Niedrigwasser vor dem Austrocknen schützt.
 
Meersalat hat eine feine, blattartige Struktur, die tatsächlich stark an Salatblätter erinnert. Oft heißt es, er würde in manchen Gegenden auch wie Salat gegessen. Auf dem festen Meersalat kaut man jedoch recht lange herum, denn die zart anmutende Grünalge sind zäh genug, um dem ständigen Wellenschlag in der Gezeitenzone zu widerstehen.
 
Auch wenn Ihnen der Genuss von Algen zunächst abstoßend erscheinen mag: Als Bestandteil von vielen Lebensmitteln finden wir sie alltäglich auf unserem Teller. Das Gelier- und Verdickungsmittel Carrageen, auch als E 407 bekannt, ist ein Extrakt aus Rotalgen, wie sie auch an Helgolands Küste vorkommen. Viel offensichtlicher ist die Verwendung von Algen in der asiatischen Küche, beispielsweise als Zutat in Suppen oder für Sushi. Algen gelten als außerordentlich nahrhaft, sie sind reich an Proteinen, Mineralien und Vitaminen.
 
Warum also nicht selbst einmal Algen sammeln? Es müssen ja nicht immer die teuren, getrockneten Algen aus Asien sein, denn unsere Nordseealgen sind ebenfalls nicht zu verachten. Besonders Grünalgen wie Meersalat und Darmtang eignen sich bestens zum Trocknen, entweder im 50°C warmen Backofen bei leicht geöffneter Ofentür oder an einem warmen, sonnigen Tag an der frischen Luft. Fein zerkleinert ergeben sie eine würzige Zutat für Pizza, Nudelgerichte oder Fischsaucen. Frische Algen werden als besondere Würze beispielsweise in Fischgerichten mitgekocht und je nach Geschmack und Zähigkeit vor dem Servieren herausgefischt.
 
Obwohl das Frühjahr zum Algensammeln die beste Jahreszeit ist, findet man das ganze Jahr über Algen an der Küste. Will man die Pflanzen essen, sind diejenigen Pflanzen am besten geeignet, die noch am Boden verankert sind, da sie auf jeden Fall frisch sind, aber auch frisch aussehende Algen können in der Regel gegessen werden, da einige Algenarten auch freischwimmend weiterleben und -wachsen können. hd

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