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Nordseefund Schnecken

Auf Spurensuche im Watt

Schaut man in der auf den ersten Blick leer und tot anmutenden Wattlandschaft genauer hin, so entdeckt man winziges Leben, emsiges Treiben, aber auch geduldiges Warten auf die Rückkehr des Wassers. Eine Vielzahl von Spezialisten hat sich diesen schwierigen Lebensraum erobert und hinterlässt dabei überall im Watt ihre Spuren.

 

 

Strandschnecken

Gerade bei den Schneckenhäusern entpuppt sich ein vermeintlich leeres Gehäuse nicht selten als noch bewohnt. Die Strandschnecke beispielsweise zieht sich bei Niedrigwasser in ihr Haus zurück und verschließt es mit einem festen Horndeckel, der am Ende ihres Fußes angewachsen ist. Bis zu vier Wochen hält sie es so auf dem Trockenen aus. Zu hunderten sieht man sie manchmal auf den Treppen, Steinen und Pfählen sitzen, wo sie auf Hochwasser warten. Die ca. 2,5 cm großen, kegelförmigen Gehäuse sind gräulich bis bräunlich und könnten auf den ersten Blick für kleine rundliche Steine gehalten werden. Ihre harten Schalen schützen sie vor vielen Fressfeinden – nicht aber vor der Silbermöwe, die die Schnecken im Ganzen herunterschluckt und mit ihrem Muskelmagen zermalmt.

 

Wattschnecken

Noch häufiger als die Strandschnecken sind im Wattenmeer die Wattschnecken – nur fallen sie kaum jemandem auf. Sie sind nur 3-6 mm klein und werden oft einfach für gröberen Sand gehalten. Die hübschen, gelb bis dunkelbraun gefärbten Schneckenhäuser offenbaren sich dem Betrachter erst unter der Lupe. Die Wattschnecke beherrscht einen ganz besonderen Trick: Mit ihrem Schleim „klebt“ sie sich von unten an die Wasseroberfläche und angelt von hier aus mit Schleimfäden nach Plankton. Während sie sich mit dem auf- oder ablaufenden Wasser mittragen lässt, kann sie in einer Stunde kilometerweit reisen – und ist damit die schnellste Schnecke der Welt! Für das Ökosystem Wattenmeer sind die Schnecken von großer Bedeutung, nicht nur als Nahrungsquelle, sondern auch für die Wattbodenbildung. Mit ihrem Kot und Schleim verkleben sie die Sandkörner und sorgen zusammen mit den Strandschnecken dafür, dass der Sand nicht mehr von der Strömung fortgetragen werden kann bzw. dass sich neuer Sand ablagert.

 

Wellhornschnecke

Von der kleinsten Schnecke weiter zur größten Schneckenart in der Nordsee: der Wellhornschnecke. Sie wird bis zu 10 cm hoch und kann 16 Jahre alt werden, wenn sie nicht zuvor von Seevögeln gefressen wird. Die Schnecke selbst ist im Watt eher selten zu sehen, sie verträgt das Trockenfallen nicht gut und bleibt daher bei Niedrigwasser in den großen Prielen oder im tieferen Meer. Auch wenn der Wattspaziergänger eher selten ein Gehäuse der Wellhornschnecke am Strand findet, kann man ihre Spuren überall an den Küsten entdecken: Ihre pergamentartigen, geblich-weißen Eiballen liegen besonders häufig im Spülsaum – früher wurden sie von den Küstenbewohnern sogar als Putzschwämme benutzt. Anders als die Strand- und Wattschnecke ist die Wellhornschnecke ein Fleischfresser. Mit ihrem ausgezeichneten Geruchssinn spürt sie mit Vorliebe Aas sowie kranke Würmer und Krebse auf und überwältigt auch lebende Muscheln. Dazu lauert sie so lange neben einer Muschel, bis diese sich zum Atmen öffnen muss. Diesen Moment nutzt sie, um ihren Fuß zwischen die Schalen zu schieben, damit die Muschel sich nicht wieder schließen kann, und verspeist dann das Innere innerhalb weniger Minuten.

 

Pantoffelschnecke

Von ihrer Form her erinnert die Schnecke entfernt an einen Pantoffel und hat so ihren Namen erhalten. Die 2 bis 5 cm große Schnecke besitzt eine sehr große Öffnung, mit der sie sich auf einem Untergrund festsaugt – am liebsten auf einer Muschelbank, wo sie beste Bedingungen zum „Fischen“ findet: Sie leitet ihren Atemwasserstrom durch ein Netz aus Schleim und filtert auf diese Weise Plankton aus dem Wasser, das sie zusammen mit ihrem Netz verspeist. Ursprünglich stammt die Schnecke aus Nordamerika und wurde zusammen mit den Austern in die Nordsee eingeschleppt. Sie hat hier keine natürlichen Feinde und breitet sich daher immer weiter aus. Bei Muschelfischern ist die Schnecke äußerst unbeliebt und wird auch als „Austernpest“ bezeichnet. Die Muscheln selbst greift sie zwar nicht an, sie ist aber ein Nahrungskonkurrent und kann, wenn sie in großer Zahl auftritt, die Austern sogar ersticken. hd

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