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Wegebau für Otter

Eine bedrohte Tierart ist Fußgänger

Fast ausgerottet in Europa, darf der Fischotter jetzt auf sein Comeback hoffen – auf auf Eiderstedt jedenfalls.

Foto: dpa

Von Nase bis Schwanzspitze kann ein Fischotter stattliche 1,30 Meter messen. Das anmutige Tier aus der Familie der Marder wurde in den letzten 200 Jahren europaweit fast ausgerottet – zur Pelzgewinnung ging man  ihm ans edle, wasserdichte Fell. Heute ist er streng geschützt. Aber das reicht nicht fürs Überleben, sagt Volquard Hamkens vom Naturschutzverein Eiderstedt.

Foto: jek - Hamkens an Tunnelröhre
Mit großem Einsatz
bemüht sich ein Bündnis von Eiderstedter Naturschützern, Landwirten, Straßenbauern und Anglern, den Lebensraum der hiesigen Otter zu erweitern. Dafür bauen sie ihnen speziell angepasste Wegenetze, denn vier Fünftel aller tot gefundenen Otter sterben beim Überqueren von Straßen.

Zwar ist der Otter am Wasser zuhause und auf der Jagd ein wendiger Schwimmer. Aber sonst trippelt er lieber zu Fuß. Auf der Suche nach Nahrung oder neuen Revieren legt er an den Ufern von Gewässern bis zu 30 Kilometer pro Nacht zurück. Gefahrenstellen wie Straßen oder Bahndämme sollte der Otter dabei besser unterqueren als überqueren. Das macht er aber nur, wenn ihm das trockenen Fußes und mit genügend Kopffreiheit möglich ist. Also werden mit Hilfe des Straßenbauamtes unter den Brücken, vor allem der B5, Unterquerungen angelegt, entweder am Rand der Wasserläufe oder als eigene, trockene Tunnelröhre direkt neben dem Wasserlauf. So erreichen die Otter gefahrlos die weite Eider-Treene-Sorge-Niederung.

Foto: jek - Otter-Unterquerung
Im Prinzip ist Eiderstedt ideal für den Wassermarder:
Gräben und Teiche mit Flachwasserzonen, weite Feuchtwiesen und kleine Ufergehölze sorgen für Unterschlupf und gedeckten Tisch, vor allem an dem toten Flussarm Rosenborger Deep. Doch Naturschutz und Naturnutzung kommen sich schnell in die Quere, nicht nur beim Straßenbau. So erstickten früher viele Otter in den Reusen der Süßwasserfischer und Angler. Heute verhindern sogenannte Otterkreuze am Eingang der Reusen auf einfache Art, dass die Wassermarder in die tödliche Falle geraten. „Im Naturschutz kommt man auf die Dauer am weitesten, wenn man die Einigung mit den Naturnutzern sucht“, kommentiert Volquard Hamkens die Erfolge seines Vereins. Man könnte das so übersetzen: Wer für Ottern Wege bauen will, muss sie zuerst zwischen den Menschen finden.
 
jek (Erstveröffentlichung Strandpost St. Peter-Ording)

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